Treffpunkt Gesundheit

Dickdarmkrebs muss nicht sein

Darmzentrum Petrus-Krankenhaus: Vorsorge bleibt wichtig

„Dickdarmkrebs kann durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen vermieden werden, denn dabei werden Vorstufen erkannt und direkt entfernt“, betont Prof. Dr. Andreas Erhardt, Chefarzt für Gastroenterologie am Petrus-Krankenhaus in Wuppertal. Diese Vorsorgeuntersuchung bildet eine Säule des zertifizierten Darmzentrums der Klinik. Die Patienten werden für die Darmspiegelung in einen Dämmerschlaf versetzt. Vor der Untersuchung muss niemand Angst haben: „Unsere Geräte sind viel besser und schonender als früher“, so Prof. Erhardt. Auch das früher notwendige Trinken großer Mengen von Salzlösung sei heute nicht mehr notwendig.

Die Vorsorgeuntersuchung wird ab 50 Jahren empfohlen. Menschen mit erhöhtem Risiko – etwa wegen erblicher Vorbelastung, Darmkrankheiten, Übergewicht oder Diabetes – sollten auch schon früher zur Vorsorge kommen. Ein weiterer wichtiger Bereich des Darmzentrums ist die Behandlung von Menschen mit Darmkrebs. Die Patienten kommen, weil sie Beschwerden haben – etwa Blut im Stuhl oder Verstopfung. „Wir betreuen jeden Patienten sehr persönlich in jeder Phase der Behandlung“, sagt der Chefarzt. Für Fragen und Sorgen soll in der Behandlung immer Zeit sein und der Patient sich im Rahmen des Möglichen wohlfühlen.

Das von Prof. Erhardt 2014 gegründete Darmzentrum ist nicht nur mit neuester Technik ausgestattet, sondern nimmt auch regelmäßig an medizinischen Studien teil. So sind die Ärzte immer über aktuelle Erkenntnisse der Forschung informiert und liefern oft sogar selbst Daten dafür. Der professionelle Austausch ist Prof. Dr. Erhardt sehr wichtig; deshalb hat er gerade auch ein großes „Mikrobiota Meeting“ in Wuppertal organisiert (siehe Interview „Darmflora kann Krankheiten heilen“).

Wichtig findet Prof. Erhardt auch die enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Disziplinen: „Wir besprechen jeden Fall im wöchentlichen Tumorboard und entscheiden gemeinsam über die Behandlung.“ So können Chirurgen, Palliativmediziner, Strahlentherapeuten und Gastroenterologen sowie bei Bedarf Kardiologen und Pulmologen ihr Fachwissen zu jedem Fall einbringen. Darauf baut dann der individuelle Behandlungsplan auf. Rund 300 Karzinome werden jährlich im Darmzentrum behandelt und 70 Operationen durchgeführt. Dabei betreuen die 80 Mitarbeiter des Darmzentrums ihre Patienten intensiv vom ersten Gespräch bis zur Nachsorge. Feste Leitlinien garantieren, dass jeder Patient optimal versorgt wird. Dass diese strukturierten Behandlungswege auch eingehalten werden, wird jedes Jahr aufs Neue für die Rezertifizierung kontrolliert. Denn die Qualität der Behandlung steht für das Team an oberster Stelle.

Chefarzt
Prof. Dr. Andreas Erhardt
Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Diabetologie, Medikamentöse Tumortherapie, Labordiagnostik

Petrus-Krankenhaus
Carnaper Straße 48
42283 Wuppertal-Barmen

Tel.: 0202 299-2322
E-Mail: gastroenterologie.kh-petrus@cellitinnen.de