Zwei ältere Hände liegen verschränkt übereinander
Neues aus Medizin und Wissenschaft

Die schleichende Krankheit

Morbus Parkinson wird häufig spät entdeckt

Die Parkinson-Erkrankung ist neben der Demenz eine der häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems im Alter. In Deutschland leiden insgesamt ca. 250 000 Menschen an Parkinson. In der Gruppe der über 80-Jährigen sind rund fünf Prozent betroffen.

Die Ursache für die Erkrankung bleibt in den meisten Fälle-n unbekannt, selten ist sie erblich. „Wir wissen heute, dass es zu einer Fehlcodierung von Eiweißen im Hirn kommt und Dopamin als Überträgerstoff nicht mehr gebildet werden kann. Auch die Zellen, die Dopamin aufnehmen, werden zerstört. Wie es dazu kommt, ist aktuell noch nicht ausreichend erforscht“, erläutert Dr. Judith Jeske, Neurologin aus dem MVZ Medi-Wtal Neurologie. Folgen des Dopaminmangels sind die charakteristischen Bewegungsstörungen der Erkrankung wie das Zittern und motorische Störungen.

Allgemeine Symptome der Erkrankung

Häufig kündigt sich die Parkinson’sche Erkrankung durch allgemeine Symptome wie psychische Verlangsamung, Rückenschmerzen, Schlafstörungen und Einschränkungen des Riechvermögens an. „In dieser Phase wird die Diagnose selten gestellt“, so Dr. Jeske. Erst wenn im Verlauf – teilweise nach Jahren oder Jahrzehnten – motorische Symptome wie kleinschrittiger Gang, Gangunsicherheit, Zittern der Hände oder Beine in Ruhe oder auch Verlust der mimischen Ausdrucksfähigkeit auftreten, lassen sich die Betroffenen genauer untersuchen. Ein erfahrener Neurologe stellt die Diagnose dann in der Regel schnell. Ein sogenanntes DAT-SCAN kann im Zweifelsfall dabei helfen. Bessern sich die Symptome durch Dopamin, das man in Form von Levodopa gibt, bestätigt das die Diagnose. Bisher ist die Parkinson-Erkrankung nicht heilbar, wohl aber können die Beschwerden immer besser behandelt werden. „Goldstandard in der Therapie ist die Gabe von Dopamin in Form von Levodopa, also die Substanz, die im Gehirn fehlt“, erklärt Dr. Jeske. Darüber hinaus gibt es seit vielen Jahren Präparate, welche die körpereigene, noch vorhandene Produktion verbessern können oder auch den Abbau von Dopamin bremsen. Bei Patienten mit ausgeprägten Symptomen, bei denen Medikamente nicht ausreichen, steht die tiefe Hirnstimulation, eine Art „Schrittmacher“ für das Gehirn, zur Verfügung.

Die zweite wichtige Therapieform ist das intensive körperliche Training, das möglichst täglich gemacht werden sollte. Studien belegen, dass es die Symptome ähnlich wirkungsvoll beeinflusst wie Medikamente.

Frühdiagnose an der Haut

Deutsche Neurowissenschaftler konnten bereits in frühen Phasen der Erkrankung den Biomarker Alpha-Synuklein in der Haut identifizieren und damit die Fehlsteuerung der Dopaminproduktion nachweisen, Jahre bevor die Erkrankung sichtbar ausbricht. Die Forscher aus Würzburg und Marburg sehen in der Methode Potenzial, um Parkinson-Patienten früh zu identifizieren und für klinische Studien zur weiteren Erforschung der Krankheit zu gewinnen.

Dr. Judith Jeske
MVZ Medi-Wtal I Zweigpraxis (Neurologie)

MVZ Medi-Wtal
Widukindstraße 4
42289 Wuppertal

Tel.: 0202 50 00 40
E-Mail: neurologie.mvz-medi-wtal@cellitinnen.de