Treffpunkt Gesundheit

Herzenswünsche erfüllen

Bereits seit 1991 gibt es den Verein „Hilfe für Krebskranke Wuppertal e.V.“. Vorsitzender ist Dr. Matthias Sandmann, Chefarzt der Onkologie im Petrus-Krankenhaus. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Krebskranke in ihrer speziellen Situation zu unterstützen. Neben dem medizinischen und pflegerischen Bereich bezieht sich dies vor allem auf psychische, spirituelle und soziale Hilfe.

Viele berührende Geschichten hat Dr. Sandmann in den letzten Jahren gehört, viele traurige Schicksale waren dabei. „Das Beste ist, dass wir den Patienten auch im Bedarfs- und Einzelfall sehr schnell und vor allem unbürokratisch helfen können“, erzählt er. So erinnert er sich zum Beispiel an eine ehemalige Patientin, die um Weihnachten herum 50 Jahre alt wurde. Auf seine Frage, ob sie den Tag denn feiern würde, antworte sie, dass sie dafür und auch für die Weihnachtsgeschenke ihrer Kinder kein Geld habe. Der Verein zögerte nicht lange und überwies der Familie Geld für eine Geburtstagsfeier und für Geschenke.

Dass Krebs eine oft langwierige Erkrankung ist, hat er schon oft erlebt und sagt: „Viele Patienten können ihrer Arbeit monate- oder jahrelang nicht mehr nachgehen und geraten mit der Zeit in soziale Not.“ Hier hilft sein Verein. „Natürlich sind auch unsere Mittel begrenzt, aber wenn unsere Patienten sich ihre zum Teil letzten Wünsche aus finanziellen Gründen nicht mehr leisten können, unterstützen wir sie dabei so gut wie möglich.“ Dr. Sandmann erinnert sich an einen erst 29 Jahre alten Patienten, der an einer unheilbaren Krebserkrankung des Bindegewebes litt. Der geschiedene Vater zweier kleiner Kinder wollte gerne noch ein letztes Mal mit den beiden an die Nordsee reisen, verfügte aber nicht über die nötigen finanziellen Mittel. „Natürlich haben wir ihm den Urlaub bezahlt“, so Dr. Sandmann.

Highlights im Klinikalltag

Neben der Unterstützung in Einzelfällen organisiert der Verein auch regelmäßige Veranstaltungen. So zum Beispiel den jährlich im November stattfindenden Adventsbasar. Dann werden im Petrus-Krankenhaus an über 30 Ständen verschiedene Artikel verkauft: Von handgefertigten Strickwaren, Schmuck und Adventsgestecke bis hin zu Marme-lade ist für jeden Geschmack etwas dabei. Der Erlös kommt eins zu eins dem Verein zu Gute. Auch Aktionen wie ein Schminkseminar oder eine Schifffahrt werden angeboten. „Unsere Patienten sind oft körper-lich nicht mehr in der Lage, an so etwas teilzunehmen. Durch die Zusammenarbeit mit dem Verein sind bei diesen Veranstaltungen onkologische Fachkräfte dabei, so dass die Patienten adäquat betreut werden und eine willkommene Abwechslung erleben können“, erklärt Dr. Sandmann.

Manchmal sind es ganz kleine Aktionen, die eine große Wirkung haben, wie etwa ein 14-tägig stattfindendes Waffel-backen auf der Palliativstation des Petrus-Krankenhaus. „Schon der Geruch stimmt unsere Patienten positiver und zu einer Waffel sagt natürlich niemand nein“, so der Chefarzt. Da die Diagnose Krebs mit vielen Ängsten und Sorgen verbunden ist, arbeitet in seiner Fachabteilung eine Psychoonkologin, die ebenfalls über den Verein mitfinanziert wird. Sie hat die Zeit und den fachlichen Hintergrund, um den Patienten und Angehörigen zuzuhören und persönliche Gespräche mit ihnen zu führen.

Der Verein finanziert sich größtenteils über Spenden und Erlöse. Ehrenamtliche Unterstützung für Veranstaltungen wird immer wieder benötigt. Wenn Sie sich informieren und vielleicht engagieren wollen: www.krebskranke.org.

Chefarzt
Dr. Matthias Sandmann
Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie/Onkologie

Petrus-Krankenhaus
Carnaper Straße 48
42283 Wuppertal-Barmen

Tel.: 0202 299-2342
E-Mail: onkologie.kh-petrus@cellitinnen.de