Fit werden, fit bleiben

Kein Futter für den Schweinehund

Probieren Sie es! Regelmäßige Bewegung macht glücklich.

Stellen Sie Ihrem Schweinhund kein Fressen mehr hin: Fernseher aus, weg mit den Chipstüten und Schokoladetafeln.

SchweinehundKleine Schweinehunde sind nämlich erstaunlich fügsam und bereit, sich unters Sofa zu verkrümeln, wenn man ihnen nur energisch genug entgegentritt. Und aus dem Blockadetierchen die Luft rauszulassen, setzt Glücksgefühle frei – hat natürlich die Wissenschaft festgestellt. Das werden Sie aber auch selbst merken, wenn Sie den Bildschirmfußball gegen ein echtes Ballmodell tauschen.

Sport nur mit Spaß

Bewegung sorgt ab einer bestimmten Intensität für Glückshormone. Sport verringert die Produktion von Stresshormonen. Körperliche Aktivität hilft und heilt. Während man früher im therapeutischen Bereich Schonung für das angesagte Mittel der Wahl hielt, geht es heute darum zu mobilisieren. „Sport ist die Basistherapie für Diabetiker, dem Diabetes Typ 2 kann sogar mit Sport vorgebeugt werden“, erklärt Prof. Dr. Andreas Erhardt, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Diabetologie am Petrus-Krankenhaus. Der Sport verbessert den Stoffwechsel, senkt den Blutzucker und die Blutfettwerte. Für Krebspatienten beispielsweise wird regelmäßige Bewegung empfohlen. Sie steigert die körperliche Leistungsfähigkeit, stärkt das Immunsystem und lässt die Erkrankten Wege aus der sozialen Isolation finden. Auch bei den weit verbreiteten Rückenbeschwerden und Gelenkschmerzen hilft gezieltes Training mehr als ruhen und rasten. Sogar bei psychischen Problemen hat sich regelmäßige körperliche Aktivität als sinnvolle Therapie erwiesen.

Die Deutschen sind ein träges Volk: 80 Prozent bewegen sich viel zu wenig, nicht einmal die empfohlenen zwei Stunden pro Woche, schätzt Sportwissenschaftler Klaus Bös vom Karlsruher Institut für Technologie. Wir sitzen und sitzen, im Büro, im Auto, in der Bahn, im Sessel. Schon ein wenig tägliche Bewegung im mittleren Alter kann dazu beitragen, die kognitiven Fähigkeiten im Alter länger zu erhalten. Regelmäßiges Training kann offenbar auch bei Patienten mit bereits begonnener Demenz die geistigen Fähigkeiten verbessern, hat unlängst eine amerikanische Studie festgestellt.

Die Dosis macht es

Doch was nützt alle Theorie, dass Bewegung das Herz stärkt, unsere Blutgefäße schützt, die Gelenke beweglich hält, sogar das Hirn auf Vordermann bringt und Lernfähigkeit und Gedächtnis verbessert? Sport muss Spaß machen, sonst bleibt es bei den Zettelchen mit guten Vorsätzen, die am 1. Januar an die Kühlschranktür gepinnt werden und dort vergilben. Spaßfaktor Nummer eins ist die Dosis. Große Programme bergen großartiges Scheitern in sich. Besser ist es, klein anzufangen, vielleicht auch ganz klein. Wie wäre es mit Treppe statt Aufzug? Oder zwei Stationen früher aussteigen? Den Einkauf mit dem Fahrrad erledigen? Vielleicht sogar mit dem Rad ins Büro fahren? Walken statt Joggen, Schwimmen statt Langlauf?

„Jeder sollte die sportliche Aktivität suchen, die ihm am meisten liegt“, sagt Andrea Rädlein, Geschäftsführerin des Regionalen Therapie-Zentrum Wuppertal (RTZ). Und sie empfiehlt: „Hängen Sie die Messlatte niedrig. Das Training langsam steigern, nicht überfordern. Frust ist eine absolute Sportbremse. Auch kleine Einheiten haben, langfristig gesehen, großen Nutzen.“ Der zweite Spaßfaktor ist die Gemeinschaft. In der Gruppe ist vieles leichter, die Verpflichtung sich aufzuraffen größer. Der Lauftreff wird als fester Termin im Kalender eingetragen, die vereinbarte Wanderung fällt nur bei Starkregen ins Wasser. Die Gymnastikgruppe trifft sich jeden Dienstag und sitzt nachher noch beim Kaffee zusammen. Soziale Bindungen machen den Sport zum Gemeinschaftsvergnügen. Um Ihnen hier den anlauf leichter zu machen, haben wir Ihnen hier einige Lauftreffs in Wuppertal zusammengestellt. Der dritte Spaßfaktor heißt Gewohnheit. Aktiver leben muss man zu seinem Alltagsprogramm machen. Dann wirkt die Macht der Gewohnheit auch hier, und der Schweinehund kann sich ein neues Zuhause suchen. Der Körper gewöhnt sich schnell an Bewegung und belohnt uns mit guten Gefühlen und Wohlfühlhormonen. Also: Raus aus dem Sessel! In der Vitamin W gibt es jede Menge Vorschläge und Angebote.

Vitamin W-TV: Filme zum Petrus-Krankenhaus und speziell zum RTZ:
www.petrus-krankenhaus-wuppertal.de

Das RTZ bietet für jeden etwas

FitnessraumAn sechs Standorten bietet das Regionale Therapie-Zentrum (RTZ) alles von Physiotherapie bis hin zu Bewegungsbädern, Massagen,
Elektrotherapien und Lymph-drainagen. Die Ergotherapie und Sprachtherapie am Standort „Reha Wuppertal“ runden das Leistungs-angebot ab. Darüber hinaus ermöglicht das RTZ in Kooperation mit den Kranken-kassen eine Vielzahl von präventiven Kursangeboten. Ob Rehasport im Verein, Aquafitness oder Nordic Walking – das RTZ sorgt wohnortnah für Ihre Gesundheit!