Ein Kissen schwebt über einer liegenden Frau im Bett
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Kleine Kissenkunde

Die Schlafposition entscheidet über das perfekte Kopfkissen

Über Matratzen ist viel zu lesen, wenn es um das Thema „guter Schlaf“ geht, doch die Kopfkissen führen daneben fast ein Schattendasein. Dabei gilt auch hier: wie man sich bettet, so liegt man. Ein gutes Kopfkissen kann viel zur Nachtruhe beitragen.

Das Kissen von Jona Sleep besteht aus Naturlatex, umhüllt von Baumwolle und ist mittelfest. Der Hersteller empfiehlt Probe schlafen.
Das Kissen von Jona Sleep besteht aus Naturlatex, umhüllt von Baumwolle und ist mittelfest. Der Hersteller empfiehlt Probe schlafen.

Das Kopfkissen sorgt, dafür, dass Kopf und Hals entspannt liegen, damit man morgens nicht mit einem verkrampften Nacken aufwacht. Das gängige Modell ist immer noch das 80 mal 80 Zentimeter große, daunengefüllte Kissen. Es lässt sich so zurechtstopfen, wie man es gern hätte, aber wirklich optimal ist diese Kissenform nicht. Aus ergonomischer Sicht empfehlen Experten eine schmalere Variante und sie fragen auch erst einmal nach der bevorzugten Schlafposition. Es macht nämlich einen erheblichen Unterschied, ob jemand bevorzugt auf der Seite schläft oder lieber auf dem Rücken liegt. In der Seitenlage muss der Kopf so gestützt werden, dass die Wirbelsäule eine gerade Linie bildet vom Hals bis zum Becken. Es gibt sogar spezielle Seitenschläfer-Kissen mit einer Aussparung für die Schulter. Wichtig ist, dass sich kein Hohlraum bildet zwischen Kissen und Nacken und dass der Kopf aufliegt und der Nacken gut abgestützt wird.

Rückenschläfer liegen auf einem Nackenstützkissen perfekt. An seine Form muss man sich vielleicht erst einmal gewöhnen: die erhöhten Ränder stabilisieren den Nacken, der Hinterkopf sinkt in der Mulde weich ein. Im Trend liegen weiche, höhenverstellbare Modelle zum Beispiel aus Latex, die sich individuell anpassen lassen.

Bei einem Nackenstützkissen muss die hohe Seite des Kissens unter den Nacken. Wenn das Kinn frei liegt, die Nasenspitze zur Decke zeigt und eine gerade Linie zu sehen ist, als wenn man steht, ist die ergonomisch richtige Liegeposition erreicht. Das „beste“ Kissen gibt es eigentlich nicht, dafür sind die Schlafgewohnheiten einfach zu unterschiedlich. Da die meisten Menschen nicht auf bestimmte Liegepositionen festgelegt sind, sollte auch das Kissen möglichst variabel einsetzbar sein. Neben der Form, Höhe und Größe spielt natürlich die Füllung eine erhebliche Rolle. Daunenkissen sind kuschelig, aber nicht sehr formstabil und haben daher wenig Stützwirkung. Synthetikkissen stellen eine gute Alternative dar für Menschen, die auf Daunen und Federn allergisch reagieren. Die Füllungen aus Hohlfaserkügelchen, Flocken oder Polyester-Sticks sind stabiler als Federn. Schlafkissen mit Synthetikfüllung können für Menschen mit Nackenschmerzen die richtige Wahl sein. Schaumstoffkissen sind weniger weich, aber auch sie haben eine gute Stützfunktion. Ist der Schaumstoff dazu noch viscoelastisch, entlastet er Nacken- und Halswirbel.

Naturhaarkissen sind mit Merinowolle, Schafschurwolle oder sogar Kamelhaar gefüllt. Naturhaarkissen verhindern, verglichen mit Federkissen, einen übermäßigen Wärmestau und sind gut geeignet für Menschen, die viel schwitzen. Körnerkissen werden mit Hirse oder Dinkel befüllt. Sie sind relativ fest, passen sich aber dem Körper gut an. Migräne-Anfällige bevorzugen diese Kissen, wenn sie auf das statische Feld von anderen Kissenfüllungen empfindlich reagieren. Körnerkissen speichern Wärme und geben sie langsam wieder an den Körper ab – ein angenehm wohliges Schlafgefühl entsteht. Ähnlich wie Matratzen und Decken verlieren auch Kissen mit der Zeit ihren Komfort und sollten ausgetauscht werden. Aus hygienischen Gründen sollte man auch darauf achten, dass zumindest der Bezug heiß gewaschen werden kann.