Fit werden, fit bleiben

Nicht zu viel Ehrgeiz!

Intensiver Sport kann eine Gefahr für die Gelenke sein. Hobbysportler und Senioren sollten besser sanft anfangen und Bewegungsabläufe gezielt trainieren, empfiehlt der Sporttraumatologe Dr. Kai Ruße.

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Skifahren, Fußball spielen oder einfach ein Waldlauf – passieren kann immer etwas, und die Bänder in Knie, Schulter oder Handgelenk sind empfindlich. Dr. Kai Ruße, Chefarzt der Klinik für Arthroskopische Chirurgie und Sporttraumatologie am Krankenhaus St. Josef in Wuppertal, behandelt regelmäßig Sportverletzungen und Überlastungsschäden. „Wir sehen zunehmend schwere Verletzungen“, erzählt er aus der Praxis. Viele Sportarten sind schneller und dynamischer geworden. „Früher sind die Fußballer auf nassem Rasen ausgerutscht, heute verdrehen sie sich das Knie oder das Sprunggelenk.“

Hilflos ausgeliefert ist man diesen Risiken jedoch nicht. Nicht nur engagierte Sportler können durch gezieltes Training ihr Verletzungsrisiko reduzieren. Auch Hobbysportler tun sich mit langsamer Leistungssteigerung einen Gefallen. Schließlich macht sportliche Betätigung nicht nur Spaß, sondern wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv auf die Gesundheit aus. Bewegung jeder Art kräftigt die Muskeln und fördert die Koordination. Das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen sinkt, die Durchblutung wird verbessert. Sinnvoll ist jedoch ein regelmäßiges Training. Wer sich plötzlich zu sportlichen Hochleistungen pusht, gefährdet seine Gelenke.

Schmerz ist immer ein Signal

Christian Neureuther, ehemaliger Weltklasse-Skifahrer ist selbst Arthrose-Patient.

Mit zunehmendem Alter wird das Training sogar immer wichtiger. Gerade Senioren profitieren von regelmäßiger Bewegung. Grundsätzlich kann man auch im hohen Alter noch fast jeden Sport betreiben. Einmal erlernte Bewegungsmuster gehen nicht verloren. Allerdings gibt es Sportarten, die eine hohe Belastung für den Körper und die Gelenke darstellen. Verletzungen und Überlastungsschäden können die Folge sein. Ballsportarten mit vielen Drehbewegungen beispielsweise sind für Untrainierte weniger geeignet. Der Mediziner rät eher zu gelenkschonenden Sportarten, die bei gleichförmigen Bewegungsmustern Ausdauer, Koordination und Kraft stärken – also etwa Schwimmen, Radfahren oder Tanzen. Wer trotz gutem Training oder nach einem Unfall Schmerzen hat, sollte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. „Ein Schmerz ist immer ein Signal“, betont Dr. Ruße. Nur ein Spezialist könne erkennen, ob es sich um eine harmlose Verletzung oder eine gravierende Schädigung von Bändern oder Knorpeln handelt. „Teilweise rufen schwere Verletzungen weniger Schmerz hervor als leichte Blessuren.

Bei einer Kreuzbandverletzung beispielsweise wundern sich die Leute immer wieder, dass sie gar nicht weh tut“, berichtet Dr. Ruße. Eine ausführliche Untersuchung schafft in diesem Fall Klarheit. In den meisten Fällen reicht eine konservative Therapie. Verbände stabilisieren das betroffene Gelenk und sorgen dafür, dass der Patient bald wieder sportlich aktiv werden kann. Wichtig ist jedoch, dem Gelenk genügend Zeit für die Heilung zu geben und es wirklich zu schonen. Muss doch operiert werden, wendet Dr. Ruße die Arthroskopie an, bei der die Instrumente über kleine Schnitte zum Gelenk geschoben werden. So verläuft die Operation sehr risikoarm und der Patient ist bald wieder fit.

Kai Russe

Chefarzt
Dr. Kai Ruße
Facharzt für Arthroskopische Chirurgie, Sporttraumatologie

Krankenhaus St. Josef
Bergstraße 6-12
42105 Wuppertal-Elberfeld

Tel.: 0202 485-2301
E-Mail: kai.russe@cellitinnen.de