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Vorbeugung hilft auch bei Thrombose

Dass unser Blut gerinnt, ist grundsätzlich sehr wichtig – sonst würden wir an jedem kleinen Fingerschnitt verbluten. Doch manchmal verursacht die Blutgerinnung auch Beschwerden. Dann, wenn sie nicht in einer Wunde auftritt, sondern in einer Vene oder Arterie.

Thrombose heißen diese Blutgerinnsel. Dann verstopft ein Pfropf aus Blutplättchen die Vene und das Blut kann nicht mehr fließen. Besonders häufig sind die Beine davon betroffen. Sie fühlen sich schwer an, die Wade schmerzt – besonders, wenn die Fußspitze angehoben wird – und häufig schwillt auch das Bein an. Auch Krampfadern können ein Indiz für eine Thrombose sein. Wenn das Blut nicht mehr durch die Vene fließen kann, sucht es sich einen anderen Weg.

Das sind die Risikofaktoren

„Eine Thrombose kann durch mehrere Faktoren entstehen“, erklärt Said Al-Jundi, Leitender Arzt für Gefäßchirurgie am Petrus-Krankenhaus. Einmal könne es an der Blutzusammensetzung liegen, wenn die Patienten zu wenig trinken und dadurch das Blut zu dickflüssig wird. „Auch die Blutströmung spielt eine Rolle oder Schäden an der Gefäßwand, etwa durch Entzündungen“, sagt er. Gefährdet sind Menschen, die sich wenig bewegen – sei es aufgrund einer Krankheit, bei Flugreisen oder beruflich bedingt. Auch Medikamente wie die Anti-Baby-Pille erhöhen das Risiko, eine Thrombose zu erleiden. Weitere Risikofaktoren sind Arteriosklerose, Herzklappenerkrankungen und Krampfadern sowie bestimmte genetische Erkrankungen.

Lebensbedrohliche Lungenembolie

Aufklärung über die Entfernung eines Thrombose-Pfropfs
Blutgerinnsel sind gefährlich. Gefäßchirurg Said Al-Jundi zeigt am Modell, wie ein Thrombose-Propf entfernt werden kann.

Richtig gefährlich wird es, wenn sich ein Teil des Thrombose-Pfropfs ablöst und vom Blut in die Lunge getragen wird. Dann kommt es zu einer lebensbedrohlichen Lungen-Embolie. Warnzeichen sind plötzliche Atemnot, Husten, Brustschmerzen und manchmal auch eine Ohnmacht, verbunden mit Wadenschmerzen. In einem solchen Fall sollte schnellstens ein Arzt gerufen werden. Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen, bremsen ein weiteres Wachstum des Thrombus. Bei starken Beschwerden operiert der Arzt das Gerinnsel heraus oder beseitigt es mit einem Katheder. Stents können den Blutfluss langfristig sichern. Wer schon einmal eine Thrombose hatte oder gefährdet ist, sollte Kompressionsstrümpfe tragen. Diese werden jedem Patienten individuell angepasst und pressen das Bein zusammen. Durch den Druck fließt das Blut in den Venen besser und die Venenklappen schließen wieder. Besser ist es jedoch, rechtzeitig vorzubeugen. „Viel Wasser trinken und viel Bewegung hilft“, empfiehlt Al-Jundi.

Pausen für Schreibtischtäter

Wer lange am Schreibtisch sitzen muss, sollte zwischendurch die Füße bewegen (wie beim Drücken auf das Gaspedal des Autos). Sitzende sollten auch nicht die Beine über-einander schlagen, das schnürt die Blutgefäße ab. Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Wandern sorgen für einen guten Blutfluss. Rauchen und Übergewicht erhöhen die Thrombose-Gefahr. Wer lange im Bus oder Flugzeug sitzen muss, kann sich in der Apotheke oder im Sanitätshaus auch Stützstrümpfe besorgen. Dazu noch reichlich Apfelschorle, Wasser oder Tee und Sie haben gut vorgesorgt!

 

Leiter der Sektion
Said Al-Jundi
Gefäßchirurgie

Petrus-Krankenhaus
Carnaper Straße 48
42283 Wuppertal-Barmen

Tel.: 0202 299-2550
E-Mail: gefaesschirurgie.kh-petrus@cellitinnen.de