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Wenn die Luft wegbleibt

Bei Asthma bronchiale sind die Atemwege chronisch entzündet. Schlimmstenfalls verengen sie sich so stark, dass den Betroffenen quasi die Luft wegbleibt und sie einen Asthmaanfall erleiden. Im Gespräch mit Vitamin W erklärt Dr. Matthias Feiler, Facharzt aus dem MVZ Medi-Wtal II (Kardiologie und Pneumologie), die wichtigsten Therapiemöglichkeiten bei Asthma bronchiale.

Kann Asthma eigentlich geheilt werden?
Dr. Feiler: Es gibt zwei Fälle, in denen Asthma auskuriert werden kann. Entweder handelt es sich um eine erhöhte Empfindlichkeit der Bronchien, bei der die asthmatischen Beschwerden durch einen Infekt der unteren Atemwege ausgelöst wurden. Dann kann es sein, dass mit dem Abheilen des Infekts auch die asthmatischen Beschwerden verschwinden.
Oder es handelt sich um asthmatische Beschwerden, die nur im Rahmen einer Allergie, wie bei Heuschnupfen, auftreten. In dem Fall haben die Betroffenen gute Chancen, dass sich durch eine Hyposensibilisierung neben den allergischen auch die asthmatischen Beschwerden deutlich bessern oder sogar geheilt werden können. Meistens kann Asthma jedoch nicht auskuriert, dafür aber gut behandelt werden.

Welche Therapien bieten Sie Asthma-Patienten im MVZ Medi-Wtal an?
Dr. Feiler: Wir bieten unseren Asthma-Patienten alle medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapien an. Die wichtigste medikamentöse Therapie ist die sogenannte inhalative Therapie. Mit dem Inhalator werden bronchien-erweiternde und entzündungshemmende Wirkstoffe eingeatmet und gelangen so zielgenau in die großen und kleinen Atemwege. Es sind nur geringe Dosierungen nötig, die hauptsächlich in der Lunge wirken und den gesamten Körper kaum mit Nebenwirkungen belasten.
Dies gilt auch für inhaliertes Kortison. Bei der entzündungshemmenden Therapie des Asthmas ist dieser Wirkstoff meistens unverzichtbar, um die erhöhte Empfindlichkeit der Atemwege zu behandeln. In seltenen Fällen, bei schwierig zu therapierendem Asthma, reicht das Inhalieren nicht aus. Dann gibt es noch die Möglichkeit, Medikamente einzusetzen, die jedoch nicht nur gezielt in die Lunge, sondern in den ganzen Körper gelangen. Da gerade Kortison langfristig zu unerwünschten Nebenwirkungen führt und man diese vermeiden möchte, werden zuvor alle anderen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft. Durch die Hyposensibilisierung wird das Immunsystem des Körpers an die Stoffe gewöhnt, die zuvor eine Allergie der Atemwege ausgelöst haben. Dieses Mittel wird entweder für drei bis fünf Jahre mit einer dünnen Nadel unter die Haut gespritzt oder als Tropfen oder Tablette täglich verabreicht.
Zu den nicht-medikamentösen Therapiemöglichkeiten gehören das Vermeiden von Risikofaktoren, wie Rauchen, Bewegungsmangel, Sodbrennen und starkes Übergewicht. Ich habe schon Patienten behandelt, die durch eine erfolgreiche, langsame und kontinuierliche Gewichtsreduktion sowie vermehrtes körperliches Training nach einiger Zeit keine asthmatischen Beschwerden mehr hatten.

Sind die Patienten in ihrem Alltag stark eingeschränkt?
Dr. Feiler: Über 90 Prozent der Patienten können so gut behandelt werden, dass sie ein normales Leben führen. Unser Ziel ist es, dass die Patienten in den letzten vier Wochen der Therapie nicht häufiger als zweimal pro Woche Beschwerden haben.

Welchen Sport dürfen Asthma-Patienten treiben?
Dr. Feiler: Die Auswahl der passenden Sportart richtet sich weniger nach dem Asthma, sondern mehr nach dem Alter und den Begleiterkrankungen. Grundsätzlich ist gegen moderaten Sport nichts einzuwenden.

Gibt es Folgeerkrankungen?
Dr. Feiler: Durch eine unzureichend behandelte Entzündung der Atemwege kann es zu Veränderungen in den Atemwegen, wie etwa einer dauerhaften Verengung, kommen. Außerdem kann eine Überblähung der Lunge sowie eine lungenbedingte Drucksteigerung des rechten Herzens mit einem erhöhten Lungengefäßhochdruck ausgelöst werden. Nur eine frühzeitige Therapie kann das vermeiden.

 

Facharzt
Dr. Matthias Feiler
MVZ Medi-Wtal II Zweigpraxis

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