Neues aus Medizin und Wissenschaft

Wie Essen jung halten kann

In den sogenannten Blue Zones der Erde werden auffallend viele Menschen über 100 Jahre

Eine üppige Ernährung ist nicht unbedingt gesund. In Untersuchungen mit Mäusen haben Wissenschaftler festgestellt, dass die­jenigen Tiere, die „schlank“ ernährt wurden, wesentlich langlebiger waren als ihre bestens gefütterten Artgenossen.

Ein vom Schweizerischen Nationalfonds SNF unterstütztes Forschungsteam unter Leitung von Mirko Trajkovski, SNF-Professor an der Universität Genf, fand jetzt außerdem heraus, dass die gesund gefütterten Mäuse mehr braunes Fett entwickeln, ihr Blutzuckerspiegel schneller sinkt, ihre Leber Zucker und Fett auf eine gesündere Weise verarbeitet und die Mäuse kältere Temperaturen besser ertragen.

Nun kann man aus ethischen Gründen die Forschungen mit Mäusen nicht einfach mit Menschen wiederholen. Aber auf der Erde gibt es fünf Zonen, die sogenannten Blue Zones, wo die Menschen oft älter als 100 Jahre werden und dabei auffallend gesund bleiben. Natürlich haben Forscher die Blue Zone-Bewohner von Loma Linda (Kalifornien), Ikaria (Griechenland), Sardinien (Italien) Okinawa (Japan) und der Nicoya-Halbinsel (Costa Rica) längst erforscht und Interessantes herausgefunden: Bewegung spielt in ihrem Alltag eine große Rolle, sie laufen viel zu Fuß, sind draußen an der Luft. Sie sind durchweg gläubig, ihr Leben hat einen Sinn, Familie und Freunde spielen eine große Rolle.

Auf der japanischen Insel Okinawa werden auffallend viele Menschen über 100 Jahre alt. Man hat herausgefunden, dass es damit zusammenhängt, was und wie sie essen.

Und sie essen alle nicht übermäßig, die Hauptmahlzeit gibt es am Mittag, zu 90 Prozent steht pflanzliche Kost auf dem Speiseplan. Auf der japanischen Inselgruppe Okinawa beispielsweise kommen Brustkrebs, Darmkrebs oder Herz-Kreislauferkrankungen fünf bis sechs Mal weniger vor als in der westlichen Welt. Auch Übergewicht ist auf der Inselgruppe nahezu unbekannt. Auf dem Speiseplan der Okinawaner stehen wenig Fleisch und wenig Zucker, viel frisches Gemüse, Soja und ein bisschen Fisch, also eine Nahrung mit wenig Fett und Kalorien, aber reich an Anti-Oxidantien. Außerdem essen die Menschen auf Okinawa relativ wenig und vermeiden gedankenloses Überessen, indem sie kleine Teller verwenden, ihr Essen in der Küche stehen lassen und nur eine kleine Portion an den Tisch mitnehmen. Gartenarbeit und Tanzen gehört zu ihrem Tagesprogramm. Und die alten Menschen von Okinawa kennen kein Wort für Ruhestand. Bei ihnen heißt das „Ikigai“ und es bedeutet: „Grund morgens aufzuwachen“.(red/idw)