Patientin und Ärztin bei einer Schilddrüsenuntersuchung
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Wundersames Organ

Die Schilddrüse kann Ursache verschiedenster Symptome sein

Wussten Sie, dass Sie im unteren Bereich des Halses, direkt an der Luftröhre, ein kleines, aber unglaublich wichtiges Organ haben? Ein Organ, das für ganz verblüffende Krankheitssymptome sorgen kann? Oft kommen nur geschulte Mediziner darauf, dass Depressionen beispielsweise mit der Schilddrüse zusammenhängen können.

Die Schilddrüse gehört zu den sogenannten endokrinen Organen. Sie wiegt zwischen 18 und 60 Gramm. Endokrine Organe produzieren Hormone, die den ganzen Körper beeinflussen. Die Schilddrüse sorgt für die Entwicklung unsere-s Gehirns und das menschliche Wachstum. Sie treibt unseren Energie-Stoffwechsel an und aktiviert unseren Körper. Außerdem ist sie für den Calcium- und Phosphathaushalt zuständig und senkt beide Stoffe in unserem Blutkreislauf. So verhindert sie eine Entkalkung der Knochen.

Bei Jodmangel vergrößert sich die Schilddrüse und kann Knoten ausbilden. Wird dadurch die Luftröhre eingeengt, kann es zu Kloßgefühl, Schluckstörungen oder Luftnot kommen. Folge ist eine Vorwölbung im unteren Halsbereich. Die Schilddrüse kann auch eine Über- oder eine Unterfunktion haben, mit entsprechenden Folgen für den Energiehaushalt.

Gewichtsverlust bei Überfunktion

Bei einer Überfunktion entsteht ein ständig erhöhter Stoffwechsel. Gereiztheit, Aggressivität, Nervosität, Kopfschmerzen, Herzrasen oder gar Herzrhythmusstörungen können die Folge sein. Durch den erhöhten Stoffwechsel verliert der Patient Gewicht. Manchmal treten die Augen (Exopthalmus) hervor und es entstehen Sehstörungen. In dieser Situation kann eine Jodzufuhr die Probleme stark verschlimmern. Es besteht die Gefahr von schweren Herzrhythmusstörungen bis hin zu Herzflimmern. Manchmal wird eine Schilddrüsenüberfunktion auch durch gutartige Tumore verursacht, die behandelt werden sollten. Als mögliche Therapie werden etwa Medikamente eingesetzt, die das Freisetzen von Schilddrüsenhormonen hemmen, jedoch keine dauerhafte Behandlung darstellen. Alternativen sind die operative Entfernung des Tumors oder die Radiojod-therapie. Dazu wird ein radioaktiver Stoff appliziert, der sich nur im Schilddrüsengewebe anreichert und dieses, als auch den Tumor, innerhalb von Monaten zerstört.

Wenig Energie bei Unterfunktion

Bei einer Unterfunktion sinkt der Energiehaushalt, die Patienten fühlen sich schlapp, lustlos, inaktiv und depressiv. Außerdem nehmen sie eher an Gewicht zu. Seltener können sich bösartige Schilddrüsentumore bilden, von denen es vier verschiedene Arten gibt. Die beiden mit Abstand häufigsten, bösartigen Schilddrüsentumore sind sehr gut behandel- und heilbar. Eine Schilddrüsen-Operation ist ein filigraner Eingriff, da die Stimmbandnerven, die für unsere kräftige Stimme zuständig sind, direkt an der Schilddrüse liegen. Um diesen wichtigen Nerv zu schützen und zu schonen, wird mit einer Lupenbrille operiert und während der OP die Funktion der Stimmbandnerven mittels Neuromonitoring gemessen. Störungen der Schilddrüse lassen sich normalerweise in einer Blutuntersuchung nachweisen. Zur weiteren Diagnostik werden Ultraschall und Szintigraphie (ein nuklearmedizinisches Verfahren) eingesetzt, wobei die Ultraschalluntersuchung in geübten Händen heutzutage die wichtigste Untersuchung ist.

Zur Beratung jetzt neu:
Endokrine Sprechstunde, mittwochs 14:00 – 15:00 Uhr.

Dr. Marc Dammann
Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, Petrus-Krankenhaus

Petrus-Krankenhaus
Carnaper Straße 48
42283 Wuppertal-Barmen

Tel.: 0202 299-2512